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750 Jahre Schleife

 

 

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 Schleife/Slepo

1272 - 2022

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700 Jahre Schleife

Das Kirchdorf Schleife liegt im Norden des Freistaates Sachsen an der Grenze des Landes zu Brandenburg.
Der sorbische Name Slěpo ist wohl von der feuchten Beschaffenheit des Bodens abzuleiten, der ehemals sehr sumpfig war. Beim Betreten des Moorbodens entstand ein schluchzendes oder murmelndes Geräusch und das Wasser drang an die Oberfläche. Murmeln heißt im Wendischen “slip”, woraus Slepe gebildet wurde. Der Ortsname bedeutet also Quelland oder Murmelland.

Über die Gründung des Dorfes und den ersten Umfang desselben sind keine Nachrichten zu ermitteln. Der Ort Slepe wird urkundlich zum ersten Mal im Jahr 1272 erwähnt. Das Original der Urkunde ist lateinisch abgefasst und wird in Bautzen aufbewahrt. Auf Deutsch lautet die Urkunde folgendermaßen:
“Über die zehnten Abgaben für die bebauten Äcker um das Dorf Schleife herum ist zwischen uns und dem Markgrafen selbst folgendes Abkommen getroffen worden, daß jedes Gehöft zur Zeit der Schätzung uns und unserer Kirche in Bautzen an Geld drei Denaren im Namen der Zehnten geben soll.” (21. Januar 1272)
Die Besitzer von Schleife waren Lehnsleute der Burggrafen zu Dohna auf Muskau. Da das Lehnsgut von der Familie Kaltenstein sehr vernachlässigt wurde, kaufte es die Burggräfin Katharina im Jahre 1605, und es verblieb seitdem Eigentum der Herrschaft Muskau.
Curt Reinicke II von Callenberg erwähnt in seinem Urbar von 1699 eine Schäferei in Schleife. Der gute Ökonom und umsichtige Herr auf Schloss Muskau stand wohl Zeit seines Lebens mit seinen Untertanen auf nicht allzu gutem Fuß.

Im Jahr 1724 war Johann Ferdinand Kretschmar Teich- und Fischmeister zu Schleife. In Schleife waren nachweislich der Große Teich, der Kleine Teich und die Studžonk-Teich, worin eine gute Fischzucht betrieben wurde. Um diese Zeit war das Dorfbild noch der slawische Rundling, aus dem drei Tore führten. Das große Tor nach Muskau, das Kleine Tor nach Mühlrose und das Mitteltor nach Spremberg.
Schleife hatte 1820 ca. 40 bewohnte Grundstücke und nach Abschluss der Separation 1858 70 Grundstücke. Separation war die mit der Aufhebung der Leibeigenschaft verbundene Übereignung von Grundbesitz an die ehemaligen Laßbauern und Büdner. 
Mit dem Bau der Berlin-Görlitzer Eisenbahn im Jahre 1867 und der Einrichtung der Bahnstation in Schleife wurden die Voraussetzungen für die weitere Entwicklung geschaffen. 1881 wurde in Schleife eine Postagentur eingerichtet. Auch die Bahnstation wurde aufgewertet, sie erhielt 1888 einen Warteraum für Passagiere, und 1895 bzw. 1899 wurde ein neues Wohngebäude für die Bahnbeamten errichtet. Bereits 1892 wurde eine Station für den Güterverkehr eröffnet.
1914 erwarb die Gemeinde Schleife vom Grafen Arnim das Gelände von der Struga bis zur Bahnlinie und veräußerte es weiter an interessierte Bewerber. Noch vor Ausbruch des Krieges wurden die elektrischen Anlagen des Dorfes fertiggestellt. Im Jahre 1920 erwarb die Gemeinde Schleife wiederum vom Grafen Arnim 150 Morgen Wald hinter der Bahnlinie. Diese Fläche wurde 1920 in 88 Parzellen aufgeteilt und an Interessenten weiterverkauft. Auf diesen Flächen entwickelte sich in der Folgezeit eine rege Bautätigkeit, wodurch das Dorf wesentlich erweitert wurde. Im Jahre 1926 wurde parallel zur Struga eine 100.000-Volt-Leitung vom Kraftwerk Trattendorf nach Sagan fertiggestellt. Diese Leitung wurde 1946 als Reparationsleistung an Russland demontiert.
Eine weitere Vergrößerung erfuhr unser Ort durch den Bau der Muna. Es wurden das Wohngebiet und die Munasiedlung errichtet.
Durch Kriegshandlungen wurde Schleife im April 1945 schwer in Mitleidenschaft gezogen. Auch füllten sich die Einwohnerzahlen mit den Vertrieben aus Schlesien merklich auf. 
Nach Krieg und Flucht wurde nach den bestehenden Möglichkeiten begonnen, die zerstörten Gebäude instand zu setzen oder neu aufzubauen. Es wurden 10 Jahre benötigt, um die letzten Spuren des Krieges zu beseitigen. 1959 wurde mit dem Bau der Häuser der Glück-Auf-Siedlung begonnen, denen 1965 zwei neue Wohnblöcke am Jahnring folgten, 1975wurde ein weiterer Wohnblock am Jahnring bezogen.

Die Anlagen wurden 1964 in Betrieb genommen. Der Tagebau „Trebendorfer Felder“ wurde 1969 und die Aggregate verschrottet. (…) Der ausgekohlte Tagebau wurde in den folgenden Jahren geflutet bzw. das Auspumpen des Grundwassers eingestellt. Die Böschungen auf der Schleifer Gemarkung wurden abgeflacht. (…) Am 22. Mai 1982 wurde der Badestrand Nord auf der Halbendorfer Gemarkung offiziell in Betrieb genommen. Auf der Schleifer Seite erfolgte am 17. Mai 1986 die offizielle Eröffnung eines Nacktbadestrandes.
Auch die moderne Telekommunikation hielt Einzug in das Dorf. 1955 wurden die ersten Fernsehapparate gekauft.

(Quelle: Auszug aus der Chronik 1995)

Im Zusammenhang mit Festwochenend wird der Dorfkern (Friedensstraße) als Festplatz im Bereich von der Strugaaue bis zum Sorbischen Kulturzentrum voll gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Hoyerswerdaer Straße / Spremberger Straße.
Weiterhin werden für die Besucher drei große Parkplätze eingerichtet:

  • Die Festwiese ggü. der Sparkasse mit Zufahrt über den Lindenweg
  • Die Wiese in Richtung Gärtnerei Struck hinter der LEAG Wohnsiedlung
  • Der alte Sportplatz an der Spremberger Straße (mit Shuttle-Service bis zum SKC)

Außerdem findet am Sonntag, 19.06., ab 11.00 Uhr (bis vsl. 13.00 Uhr) ein großer Festumzug statt. Beginn ist um 11.00 Uhr am Kreisverkehr Deutsch-Sorbischer-Schulkomplex. Von dort ziehen die Wagen auf der Spremberger Straße bis zum Kreisverkehr am Netto und biegen dort in die Friedensstraße ab. Das bedeutet aber auch, dass die Umleitung für die Vollsperrung der Friedensstraße im dem Zeitraum, bis alle Teilnehmer die einzelnen Straßenkreuzungen passiert haben, nicht befahrbar ist! Der Festumzug wird durch eine Vollsperrung abgesichert! Nachdem alle Fahrzeuge die einzelnen Knotenpunkte passiert haben (Kreisverkehr 1, Hoyerswerdaer Straße, Groß Dübener Weg, Kreisverkehr 2) werden diese Knotenpunkte auch wieder geöffnet, sodass die Vollsperrung sich mit Fortschritt des Festumzuges entsprechend verringert.

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